5. Tag – Richtungswechsel

Die Nacht im Wohnwagen von Boris war ein Gedicht.. Nachts kurz mit einem Lächeln aufgewacht und den Regentropfen auf dem festem Dach gelauscht. Im Halbschlaf habe ich darüber nachgedacht, ob ich auf dem richtigen Weg oder eher schon auf dem richtigem Pfad bin.

Das Ziel meiner Reise ist kein Marathon, kein Seblbstfindungstrip und kein ich hetze ohne Frühstück los.

In der 1. Pause fix 2 Aquarelle gemalt, nebenbei Kamera raus, Foto und Viedeosequenzen eingefangen, Karte falsch lesen und in Gedanken schon bei wie und wo verkaufe ich Bilder bzw wo schlafe ich heute. Und nicht zu vergessen, mein größtes Anliegen. Wo finde ich Glücksgeschichten.

Daher habe ich mich entschieden. Ich verlasse die Touristenhochburg Ostsee und fahre ein wenig durch das Landesinnere. Ich erhoffe mir tiefgründigere Geschichten als „Urlaub ist mein größter Glücksmoment“…

Manchmal ist es gut, sein Ziel über Umwege zu verlassen, damit einem etwas Gutes widerfährt.

Und das passierte heute auch. Nicht nur das ich keine Po Schmerzen mehr hatte (hiermit wird offiziell mein Po das letzte Mal erwähnt. Wem ich mehr davon erzählen soll… RUF MICH AN😉😘)

Ich flog heute über die Straßen und hatte erstmalig richtig Spaß am radeln. Ich sauste von der Eckernförder Bucht nach Kiel. Dort konnte ich bei guten Bekannten von DNE „Der neue Eisenhenkel“ einen schönen Tausch machen. Gebe Aquarell – natürlich ein 😉Mohn Bild – erhalte Wärmeunterwäsche. Enno, vielen Dank, ich werde nachts an dich denken…. Wenn ich nicht mehr frieren muss.. Grüße auch an Theo und Mara.

Und beim nächsten Erlebnis sollte sich zeigen, dass es gut ist, auch auf seinen Bauch zu hören und nicht nur fokussiert mit Scheuklappen durch  die Welt zu hoppeln.

Mir kam eine Radfahrerin, äh Radschieberin, entgegen und fragte genau den richtigen Mechaniklegasteniker (und zwar mich) nach Hilfe 🙈 es hatte sich eine Schnur von ihrer Tasche umwickelt und die Kette vom… Naja, Zahnrad oder so… Abgewickelt. (Steffen, könnte ich demnächst eine Schulung bekommen.. Wie ziehe ich eine Kette auf) Sie fragte nach einer Schere ✂… Ich  zog flink mein Einhandmesser aus meinem Holster, meiner Bauchtasche.  Vielleicht hätte ich  nicht so angespannt dabei schauen sollen.. 🤔

Ich konnte das Rad von der Schnur befreien und sogar die Kette raufziehen. Anschließend sah ich aus wie ein Schornsteinfeger untenrum… Also die Hände 👐. Und Regina sprang mir fast um den Hals und sagte ich wäre ihr rettender Engel 😇 das war heute einer meiner größten Glücksmomente. Wir standen sage und schreibe über 40 min auf dem Radweg  und unterhielten uns fantastisch zum Thema Glück.

Die letzten Kilometer steuerte ich das Kloster in Preetz an. So früh und sorglos kam ich nirgend zuvor irgendwo an. Ein traumhafter Park, mit  alten Nebengelassen um das Kloster und eine Stille, die nur von Vogelgezwischer durchbrochen wurde und einer netten Frau namens Sandra. Ich war gerade beim Malen, und zwar genau vor ihrer Haustür. 🖌️🖌️🖌️Nun musste ich nicht bei einem Pastor meine Beichte für einen Schlafplatz geben, sondern durfte in ihrem Garten verweilen und dort mein Zelt aufschlagen. 🏕️Nach einem angeregten Gespräch über Glück und Unglück…( Sie wusste wovon sie redet… Sie ist Psychotherapeutin) .. bekam ich noch eine andere Sichtweise.

Sie kaufte mir ein Aquarell, mein bisheriges Lieblingsbild, ab & ich gönnte mir einen schönen Feierabend im Chinesen, der mich glatt mit den Worten begrüßte: „Sind sie Ausländer? “

Hää.. Das fragte ja hier der Richtige. 😂 Ich wusste gar nicht, das mein brauner Teint und mein Charme mich zum Italiener mutieren lassen… Ansonsten, mega lecker.. Aber den Sinn von Glückskeksen konnte er mir nicht erklären.. 🤔🤔🤔🍀🍀🍀Die schmecken ja auch nicht wirklich…

Vielen Dank nochmal an Silke von Team Wilke. Ich genieße jeden Tag ein paar von euren selbstgebackenen Keksen..

Aber der Spruch im Keks war gut „Sie sind auf dem Weg nach oben“, denn eigentlich fahre ich Südwärts.. Aber alles kommt auf die Sicht der Dinge an.. 😉

Gute Nacht… Euer Italiener Michelle frametti

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