Der 2. Tag meines Abenteuers geht zu Ende. Die Suche nach einem kostenfreien Schlafplatz bzw. Glücksmomente, ist vielleicht doch nicht so einfach wie ich es mir vorgestellt habe. Ich dachte es ist wie Pilze sammeln. Einfach Augen auf halten und der Korb ist voll. Zudem kommt hinzu, daß ich von Kunst leben will. Ich habe schon ein paar Bilder gemalt, aber Staubsauger verkaufen ist einfacher. Viele treten einem skeptisch gegenüber. Ob es an der pinken Brille liegt oder das der Ostseeradweg von vielen Radfahrern befahren wird und Mann mit einem Aquarell in der Hand auf einem sonderbaren Fahrrad nicht so ganz das Interesse der Menschen weckt, wie zuvor gedacht… Naja, wir reden ja von Glück. Also kommen wir zu den positiven Erfahrungen. PS… Dazu gehörte die Anreise mit der Deutschen Bahn auf keinen Fall. Jedoch durch die Reisenden konnte man Hoffnung schöpfen. Ein nettes Paar, beides Pastoren die nicht nur 5 Kirchen…. (Ja 5 ⛪) betreuen, sondern das radeln zu ihrer Leidenschaft gemacht haben, gaben mir Tipps und vermutlich ihren Segen. Flensburg igenwie mit der DB angekommen.. Das Rad in Schwung gebracht, Richtung Glücksburg…wundervolle kleine Stadt mit einem schickem Schloss lud zum verweilen ein. Doch nirgendwo eine Chance sein Zelt aufzubauen.. Schlosspark habe ich versucht, wurde weggejagt… Wie unorthodox… Nochmals mit einem Lächeln aufs Rad.. Winke, winke und auf  nach Bockholmswick. Über das Glück nachgedacht und zum Glück falsch abgebogen und in Bockholm gelandet.  Vielleicht auch daher die fragenden Blicke von Oli… „Hierher hat sich noch kein Radfahrer verirrt.“ Oli ist der Sohn einer netten alten Dame, mit einem traumhaften, reetgedecktem Bauernhaus. Das musste ich einfach mal klopfen. Oli gab mir nicht nur ein Platz auf der Wiese, sondern lud mich zu seiner Frau Birgit und seinen zauberhaften Töchtern Jette und Emma ins Wohnhaus gleich nebenan ein. Bei Pizza und einem Glas Rotwein haben wir uns den Bericht vom NDR über den Glücksmaler angeschaut. Wir fanden es alle surreal. Aber mit dem As kann ich die nächste Tage nicht trumpfen. Oli fuhr anschließend mit mir und seiner Tochter die schönsten Orte in der Nähe ab und ließ mich an seine Geschichten teilhaben. Uns so kam ich wieder nach Glücksburg. Mhhh.. Jette schlief mittlerweile (sie hatte nur die Augen zugemacht 😉) und ich war kurz davor. Hätte ich bloß so getan, als schliefe ich.  Dann dürfte ich vielleicht im geräumigen Auto übernachten. Da war definitiv mehr Platz, als in meinem Zwergen Zelt. Ich habe bestimmt ein falsches Zelt gekauft, für minimis oder so.. Die Nacht mit Platzangst, Kälte und kämpfend mit einer zu dünnen Luftmatratze, wurde ich durch Oli vorsichtig zu einer „unchristlichen“ Zeit von 8.45 Uhr mit dem Worten : “ Ist da noch jemand“ geweckt. Oh mann hatte ich verschlafen und echt schräges Zeug geträumt. Für den herzlichen Empfang und einem leckeren Frühstück hinterließ ich 2 Aquarelle mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen in Basthorst. Den Tag größtenteils auf dem Rad verbracht und dank technischen wunders auch Gegenwind gut voran gekommen. Aber das echt alle rufen müssen, wenn man sie überholt „Vorsicht e bike“ was für eine Diskriminierung. Die haben ja auch nicht 280 Pastelkreiden, 6 Aquarellblöcke und 60 Passepartout im Gepäck… Wissen die eigentlich, wie schwer Papier ist. Aber nun zum Thema Glück… Irgendwie war es den ganzen Tag immer knapp vor mir.  Einsame Strände, leere Gaststätten sind traumhaft, jedoch nicht wenn man Bilder an den Mann oder Frau oder 3. Geschlecht bringen möchte. Nach ein paar Misserfolgen bzgl. Schlafplatz, bin ich jetzt auf einem schönen Campingplatz gelandet. Die 10 Euro Platzgebühr verdiene ich mir morgen von der Chefin mit einem Bild von ihrem Leuchtturm zurück.  Nun werde ich in mein Iglu ruhen und cleverrerweise gleich eine Hose anziehen, bevor ich mir nachts wieder meine Beine in die Strickjacke stopfe. Könnte eh eng werden. Ich glaube die Waden sind schon bissl kräftiger geworden 😉gute Nacht euer glücksmaler

 

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