Diesen Morgen habe ich mich nicht von der Sonne ☀ wecken lassen, ich wollte Sie wecken und habe prompt den Wecker auf 4.45 Uhr gestellt. Zügig zum Strand runter um der Erste (natürlich mit Handtuch im Arm,um die Liege zu besetzen) am Strand zu sein. Und wie ich so wild am fotografieren bin, bemerkte ich noch ein Pärchen, die liebestaumelnd der aufgehenden Sonne entgegenschauten. Mit dem Handy Fotos von unten, von links, von rechts, mit Wasser, ohne Wasser, liegend, kniend.. . Halt wie ein Paparazzi, der auf die Queen 👑 wartet. . Plötzlich steht der Typ da hinter mir, wie eine Statur, kräftig gebaut mit Glatze und Vollbart irgendwie unheimlich… Meditativ und angwurzelt in den Sonnenaufgang versunken war er nicht zu erkennen. Und mir wurde klar… Der stand schon vor mir da, nur er war eins mit der Natur. Ich kam mir irgendwie blöd vor, als Paparazzi und Spanner der Sonne. Also stellte ich mich auch lässig daneben und fing an zu genießen….

Eins werden mit der Natur.. Vielleicht sollte ich das in Zukunft noch bewusster wahr nehmen. Denkt mal an Schwarzenegger in Predator 1. Mit Schlamm und Modder beschmiert lehnte er am Baum, nicht zu sehen, nicht zu riechen..Ganz still, die Atmung und seinen Puls aufs minimalste reduziert lauschte er in den Dschungel. Er wurde Eins mit seiner  Umgebung, zu einem Baum 🌳… Na gut, sein Beweggrund war ein anderer.

Aber kurzzeitig überlegte ich ob ich mich als Welle oder als Baum anmalen oder einfach der Natur mehr Aufmerksamkeit, also meine volle Aufmerksamkeit schenken sollte.  Ich entschied mich für zweiteres.

So machte ich mich mit dem Rad auf nach Thiessow. Und je weiter südlicher ich kam, desto ruhiger wurden die Nebengeräusche. Je weniger Ablenkung ich durch Verkehr und entgegenkommende Radfahrer hatte, desto mehr konnte ich mich auf meine Umgebung konzentrieren. Mein Geruchssinn wurden intensiver. Den Geruch von Tannnadeln, das salzige Meer und auch lecker riechende Sonnenmilch nahm ich tief in mir auf. Irgendwann bin ich in Klein Zicker angekommen. Was irgendwie das Ende der Welt zu sein scheint, jedoch der Anfang der Natur. Im Strand liegend, meinen Körper ausgebreitet wie der vitruvianische Mensch von da Vinci lag ich am Strand und schloss die Augen. Mit meinen Händen nahm ich den Sand auf und ließ ihn durch die geschlossenen Hand hin versiegen. Wie aus einer Sanduhr ⏳ lief der Sand langsam zu Boden und in diesem Moment hatte ich es erstmalig gespürt.. Ich wurde eins mit der Natur. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Meine Atmung ging im Takt zum Wind und dem Meeresrauschen. Ich hätte ewig liegen bleiben können und einfach nur frei in Gedanken, um den Fall jedes einzelnen Sandkorns spüren zu können.

Mein Geist kam nach endloser Zeit zur Besinnung und ließ mich zum Rad taumeln. Ich spürte erst gar nicht, dass ich am Rad einen Platten hatte.  Oh nein, ich als „Mechaniker“ mit Plattfus am Ende der Welt. Die Hilfe kam so schnell ins Niemandsland und ich befand mich 40 min später bei 3 gelben Engeln (schwarz gekleidet) Hans, auch Hans im Glück genannt, Stephan der Chef mit PH geschrieben und spitzi.. Warum der so genannt wurde, könnt ihr euch ja denken, in der Radwerkstatt, in Göhren wieder. Stephan fand einen klitze kleinen Feuerstein, der die Ursache meines Problems war. Im Handumdrehen war ein neuer Schlauch drauf und das Rad eingesetzt. Der hätte locker bei Formel 1 im Boxenstopp mithalten können. So schnell war er auch geduscht und schwang sich auf seine Oldtimer Shopper und knatterte Richtung Schabrode los. Ja genau Schabrode, der Bürgermeister und seine nette Truppe des Stammtisches war uns beiden bekannt. Hans im Glück konnte mir noch eine phantastische motivierende Glücksgeschichte mit auf dem Weg geben und so radelte ich Richtung Sellin weiter. Dort kam ich an einer Gartenanlage vorbei und lernte eine nette Truppe von jungen Leuten kennen. Sie luden mich zum geselligen Essen ein und der Abend wurde lustig und lehrreich zu gleich. Sascha, ein echt witziger Typ mit ungeahnten Parodiefähigkeiten erzählte mir von seinem zeitweisen Ausstieg, als Lehrer in Leipzig, für seine großen Rundreise. Ein halbes Jahr nach NEUSEELAND, barfuß durch die Wildnis wurde auch er eins mit der Natur.

Euch viele kleine glückliche Momente

Euer Glücksmaler

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