Ein wundervoller Tag, an dem mich meine Familie auf meinen letzten Schritten meiner Reise begleiten sollte. Anne lud uns ein, zusammen mit ihr den Friedensberg in Sellin zu besuchen. Hört sich auf jeden Fall friedlich und romantisch an. Und vielleicht auch ein schöner Abschlusssort, um weiterzureisen.

„Der Berg ist ein uraltes Heiligtum, das vermutlich aus der Bronzezeit stammt und den Germanen als Kult- und Richtstätte diente. Es ist ein Kraftort, den die frühen Bewohner seit Urzeiten nutzten, um mit der Natur, den Göttern in Kontakt zu treten. Lässt man sich auf den besonderen Ort ein, spürt man die Stärke, die von ihm ausgeht.“

Der Ort hatte schon etwas besonderes. Nur irgendwie konnte sich keiner aus unserer Familie darauf wirklich einlassen. So sehr ich versuchte mich einzulassen, desto verkrampfter wurde das Ganze. OK, ich spürte meine volle Blase, als ich an der Schale mit Wasser stand. Und je höher ich die angelegten Treppen stieg, wuchs die Schwerkraft meines Körpers, die Atmung und mein Puls passten sich meinem spürbaren Sauerstoffmangel an. Mir wurde klar, dass knapp 4 Wochen Radfahren keinen Leistungssportler aus mir gemacht hatte. 🙈

Aber rein spirituell hatte es mich nicht ergriffen. Vielleicht sollte man diesen Ort alleine besuchen, sich Zeit nehmen und darauf einlassen.

Meine Neugier geweckt wollte ich mehr dazu erfahren und wissen, was ein Ort des Glaubens und der Mystik mit Glück zu tun hat. Also reiste ich mit meinem roten Blitz Richtung Putbus weiter, um den Schamanen und Mitgestalter des heiligen Ortes kennenzulernen. Das Radeln machte mittlerweile so viel Spaß, dass ich eins wurde mit dem Bike. Wie ein Transformer, der in den Kampfmodus geht, sobald ich auf meinem Sattel saß, das Lenkrad in den Händen spürte und die Pedale trat, ging ich in den Glücksmodus. Die Natur zu spüren, den Duft wahrzunehmen und nicht nur das Ziel zu erreichen, sondern die Entdeckungen unterwegs bereiteten mir unglaubliche Freude.

Das Treffen mit Ralf Marius Bittner an einem heiligen Ort in Puttbus (am Obelisken im Zentrum, zu dem 8 Wege hinführten) war schon irgendwie mystisch. Es kam mir vor wie ein geheimes Treffen, an dem die Büchse der Pandora ein zweites Mal geöffnet werden sollte, um die Hoffnung auf mehr Glück 🍀 frei zulassen oder mir der heilige Gral des Glücks übergeben wird. Ralf hatte auf jeden Fall eine mystische und dennoch eine zufriedene, mit sich im Gleichnis befindliche Ausstrahlung. Die Zeit unserer Unterhaltung war viel zu kurz und zog mich und meine 3 Engel gleichsam in ihren Bann. Als Wissenschaftler der Geologie beschäftigte sich Ralf  seit nunmehr über 20 Jahren mit Metaphysik und als Yogi des königlichen Kriya. Man spürte, das er eine andere Wahrnehmung für das Ganze besaß und Zusammenhänge des Bewusstsein und des Glaubens anders definierte. Es wäre vernommen, von Ralf auf den Erzengel Raphael zu schließen, der sich zum Plauderstündchen mit dem Erzengel Michael im Park trifft. 😇🧚‍♂️Dennoch ließ mich das Gespräch so einige Male eine Erpelpelle auf meinem gebräunten Armen zaubern und zum Fazit kommen :“Wer glaubt, hat es einfacher und ist somit auch glücklicher“  War es Zeichen oder Zufall, daß ich am Anfang meiner Reise ein Pastorenpärchen kennenlernte und zum Ende wieder mit dem Glauben des Menschen konfrontiert wurde?Wie gesagt, Zufälle gibt es nicht und ich bin zwar nicht gläubig, dennoch glaube ich an etwas. Zwischen Himmel und Erde 🌏 gibt es viele Dinge, die unerklärlich sind und vielleicht haben wir es verlernt, die Zeichen der Natur zu deuten.  Und wir sind Teil der Natur und wissenschaftlich auf molekularer Ebene eins mit ihr. Und warum sollten dann positive Gedanken nicht als treibende Kräfte unsere Umgebung formen. Die Konzentration und der Glaube auf positive Dinge, Erlebnisse und Menschen verhelfen, uns auf jeden Fall ein Stück glücklicher durchs Leben zu schreiten.

So fuhr ich bedächtig und dennoch konzentriert auf Zeichen meiner Umgebung weiter Richtung Fähranleger Glewitz. Ich fuhr die schlecht ausgebauten Landwege, über die ich mich anfangs beschwert hatte und genoss sie nunmehr. Ich erkannte Stellen wieder, wo mir das fallende Laublatt einen Gelbfilter aufs linke Auge verpasst hatte und sah dies als Zeichen. Doch am Unheimlichsten war das Erlebnis, als ich an einem alten verlassenem Bauernhaus vorbeikam. Irgendwie ließ der Ort mich auf die Bremse treten und nach einer Weile merkte ich, das nicht das Bauernhaus das Unheimliche war, sondern der Baum gegenüber. Der war von hunderten Vögeln belegt, die lautstark zwischernd ein Treffen abhielten. Das Merkwürdige daran war nur, daß von keinem der umliegenden Bäume auch nur ein Ton zu hören war. Nicht einmal das Fallen der Laubblätter. Gruselig.. Und nun kommt es. Als ich weiter fuhr, kam so Jungspatz im Kamikaze-Flug von der Seite und begleitete mich gefühlt für eine Ewigkeit, bevor er kurz dicht an meinen Helm flog und verschwand. Wäre ich eine Katze, hätte ich ihn jetzt mit einem Grinsen quer im Maul. Was sollten mir diese Zeichen mitteilen. „bin ich gut zu Vögeln“ oder einfach  nur vogelfrei. 😂😉 Zumindest beflügelt einen das Glauben an ein positives Ereignis zu neuen Abenteuern. Und jeder hat täglich solche oder ähnliche Erlebnisse. Nur die Aufmerksamkeit und der Glaube an etwas Wundervolles kommen oft zu kurz.

Euer glaubender Glücksmaler

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