Ist 13 nicht eine Unglückzahl? Wenn der Tag 13 um 0 Uhr beginnt, werde ich schon ein wenig abergläubisch.

Wir hatten unser Zelt im Markgrafenheide aufgebaut, uns eingerichtet und freuten uns auf eine Dose Erbsensuppe. Kaum wollte ich die Suppe mit einem spitzen, länglichen Bundeswehrdosenöffner öffnen, wurden wir schon von der Seite, na ich sage mal nett, angequatscht.

„Grüzi. Brauchst du einen Dosenöffner?“ Ich winkte dankend ab und schon beim Senken meiner Hand stand er mit Öffner und einem Bier neben mir. Wie schnell war der denn, ein Schweizer speedi gonzales? Und so findet man auf Zeltplätzen immer schnell Freunde fürs Leben. Wer also Privatsphäre sucht, sollte große Zeltplätze vermeiden und wenn ein Konttaksucher auf einen zukommt, von Weitem rufen: „menja gawaju poruski“

Einen Kontaktsucher gibt es auf jedem Zeltplatz. Man erkennt Sie daran, daß sie lauernd auf Neuankömmlinge warten und schon beim Einparken den Parkeinweiser mimen. Man sollte beim Rückwärtsfahren kurzzeitig ein wenig mehr Gas geben, ansonsten hat man Freunde fürs Leben. 🖐️🖐️🖐️

Die Nacht gemeinsam mit Lene im minime war schön, zumindest von drinnen. Eng aneinander gekuschelt passten wir auf eine knapp 118 cm breite Schlaffläche. Aber was außen so auf einem Zeltplatz von statten geht ist unbeschreiblich.

Schreiende Kinder und überforderte Eltern von allen Seiten. Je größer der Zeltplatz, desto mehr von dieser Art. Liebe Eltern, wäre es nicht ratsam, die Kinder in den Schlafsack zu stecken, wenn sie müde sind und nicht über den Punkt. Und wenn sie schon über eine Stunde schreien und weitere Kinder zum Chor anstecken, dann wird es Zeit, sie in den Arm zu nehmen, sie zu trösten und mit ihnen zu kuscheln. ♥️♥️♥️ Inmitten eines gruseligen Kieferwaldes, umgeben von fremdartigen Gestalten, nützt es nichts, sein Kind ständig anzuschreien. „Jetzt reichts, hör auf, hast du mich verstanden“…

Als vermeintlich Ruhe einkehrt fing der Schweizer von nebenan an zu schnarchen. Ich wusste nicht, dass man schnarchen auf 25 Meter gegen den Wind (Windstärke 4 bis 5 wohlgemerkt) hören, nein sogar den Rhythmus und die Vibrationen fühlen kann. Verständigt man sich so in den Bergen? 🏔️⛰️🏞️🤔😅

Als um 1.30 Uhr nochmals die Alarmanlage eines Autos anging, beschloss ich, das wird die letzte Nacht auf einem riesen Zeltplatz.

Ein guter Ratschlag für die Betreiber. Teilt die Zeltplätze in verschiedenen Gattungen auf, Schnarcher, Eltern mit jungen Kindern, Schweizer und Kiffer. 🥴

Ja Kiffer. Am frühen Morgen, Lene und ich auf dem Weg zum Bad, weist Lene mich darauf hin „das ist aber nicht nett, das der da neben seinen Kindern raucht“!

Der Typ lag kiffend in einer Hängematte und seine kleinen Kinder spielten unter ihm auf einem Perserteppich. „Lieber Gott, lass die Kinder bitte abheben und an einen besseren Ort fliegen.“ dachte ich so in mir.

Wir mussten ganz schnell weg und das so weit wie möglich. Wir steckten uns direkt ein Ziel und gingen nicht über Los. Geplant war eine Übernachtung in der Nähe  von Ahrenshoop, um am nächsten Tag in Zingst die Engel auszutauschen und mit Lynn, meinem brünettem Engel 😇, zwei bis 3 Tage weiterzureisen.

Lene mit ihrer Unwissenheit spornte uns an. „Wir schaffen das.“ Und wenn sich eine junge Frau wie Lene das in den Kopf setzt, dann schafft sie das wirklich.

Die 57 km mit Gepäck und wirklich Kräfte zerrendem Gegenwind, teilten wir uns Etappen ein und bei jeder Pause motivierten wir uns weiter zu machen, trotz Rücken, Po und allerlei anderer Schmerzen. Wir schrien gegen den Wind und sangen mit ihm, was leider nur kurzzeitig vorkam. Trotz mentaler Rückschläge. Ich wollte in Ahrenshoop eins zwei Bilder an einen Galeristen verkaufen, der zur Zeit ca. 20 Bilder von mir im Verkauf hat. So schlecht wie dort hatte ich mich lange nicht gefühlt, behandelt zu werden, als wäre man der letzte Bettler „Ich habe kein Geld in der Kasse. Ich habe mir vorhin ein Parfüm gekauft“ Wie teuer war bitte schön das Parfüm…. Das stinkt mir gewaltig, Egon. Er hätte mir wenigsten das Geld für meine  2 bezahlten Cola zurückgeben können. Hätte dafür ein schönes Bild bekommen. Naja egal, meine Bilder aus der Ausstellung bekomme Ende August zurück und das wars dann auch. So frustrierend es für uns beide war, wir hatten noch ein gemeinsames Ziel und das machte uns wieder stark.

Bei einem Zwischenstopp in Wieck am Künstlerdeck wollte ich bei einer sehr liebenswerten Galeristin noch ein paar Bilder unterbringen. Oh nein.. Sie war nicht da.😭

Also gab es nur noch eines zu tun, in die Pedale getreten, um wenigstens ein Erfolgserlebnis an diesem Tag zu haben: Jana und Lynn mit unseren vorzeitige Anreise zu überraschen.

Ziele können stark machen, gemeinsame noch stärker. Auf dem Weg dorthin sollte man dennoch nach links und rechts Ausschau nach Glücksmomenten halten. Und wenn ein Ziel unerreichbar scheint, nicht den Kopf in den Sand stecken. Eine neue Richtung anpeilen und ein neues Ziel stecken ohne dem alten Ziel hinterherzutrauern.

Alles Liebe eure Rennfahrer

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.