Irgendwie  sind die Nächte genauso erlebnisreich wie die Tage.  Gestern in Schaprode auf Rügen angekommen. Ja Schaprode, der Name ist Programm. Den letzten freien Zeltplatz erhascht. Und kaum dass das Zelt stand, befand ich mich am Stammtisch einer geselligen Runde von 4 netten Herren wieder. Rüdiger, der Bürgermeister von knapp 400 Seelen, Thomas, Wolfgang und Peter. Ein paar Bier und spannende Geschichten ließen die Sonne schnell verschwinden. Schlagwörter wie Wertschätzung und Respekt nahm ich in Gedanken auf meinen Weg ins Zelt mit. Und leider auch eine zu volle Blase. Und Mist, kaum im Schlafsack gemütlich (so gut es geht) gemacht, wurde der Druck größer und größer. Was das Gefühl nicht erleichterte war der Nieselregen, der sich in Starkregen veränderte. Und mit jedem Tropfen, der an die Zeltwand prasselte, spürte ich, das eine Blase ein endliches Volumen hatte. 😲😵Würde ich jetzt im strömenden Regen raushuschen, bekomme ich die Sachen die nächsten Tage nicht trocken und um es vorweg zu nehmen, nein ich hatte keinen Schirm dabei. Also dachte ich an meine Kindheit & stellte mir den Held für diese Situation vor. Nein, es war nicht Chuck Norris. Der hätte das Zelt von innen heraus mit einem Roundhousekick weg getreten und den Wolken befohlen, sie mögen ganz schnell Platz machen. Ich brauchte etwas Realistisches. Es kam nur noch Mac Gyver in Frage. Also holte ich mir mein kleines Schweizer Taschenmesser raus (danke genie) und schnitt einen Teil meiner gerade noch gefüllten 🙈 PVC Wasserflasche ab.. Naja, Ich will nicht zu sehr in Detail gehen.. Aber ich kann euch sagen.. Eine gefüllte Blase fasst wesentlich mehr als 0.5l.. 🙈🙈

Am nächsten Morgen im Regen die Sachen gepackt und Richtung Ralswiek losgeradelt. Bestimmt sehr spannend hier, wenn dann mal die Störtebeker Festspiele stattfinden. Ansonsten hingen so einige Hunde tot übern Zaun. (für die Tierschützer.. Nicht dort anrufen, ist nur eine Redewendung) beim überlegen, was ich so treibe oder ob ich mich am besten dazu hänge, kam der Anruf. Chrischi mein Freund aus Hamburg, der meine Reise fleißig verfolgte, bot mir an eine Nacht bei sich zu schlafen. „Mensch Michi, du musst doch Dauernass sein. Wir machen hier in Üselitz Urlaub, komm doch für eine Nacht vorbei“. Oh man, für einen trockenen Schlafplatz fährt man schon gerne mal 31 km südwarts, wo man gerade zuvor 22 km nordwärts gefahren ist. Egal, auch durchs zick zack fahren lernt man Land und Leute kennen. Um also meine Mission nicht aus den Augen zu verlieren, schärfte ich meine Sinne & nahm meine Umgebung ziemlich genau war. Plötzlich sah ich in der Ferne dunklen Rauch aufsteigen, der immer größer und gewaltiger wurde. Nachdem 1 Feuerwehrauto in die Richtung fuhr, wusste ich, es ist irgendjemandem ein Unglück widerfahren. Auch wenn das Feuer und auch die Menschen persönlich weit wegwaren, beschäftigte mich das Thema sehr. Oftmals nehmen wir unser Glück nicht war, so lange uns kein Unglück passiert. Wie eine ältere Dame zu mir sagte. Früher habe ich meine Gesundheit als selbstverständlich gesehen und heute freue ich mich, wenn mir mal einen Tag ein paar Gliedmaßen weniger schmerzen. Es wäre unsinnig, wenn man jeden Morgen das Fenster aufreißt, um in die Welt zu schreien „juchhu, mein Haus ist heute nicht abgebrannt“ und der Nachbar von gegenüber zeitgleich jubelnd grüllt“ Jawohl, heute wieder kein Wasserschaden “ das meine ich nicht.. Aber vielleicht einfach mit der Situation zufrieden und glücklich sein, die einen umgibt, ohne auf negativ Schlagzeilen anderer zu warten. ☝🏻🤷‍♂️👍🏻

Als ich an der Brandstelle vorbeifuhr erkannte ich, dass es sich Gott sei Dank nur um ein außer Kontrolle geratenes Feuer handelte.

Den Weg zu Chrischi aufmerksam verfolgt (wobei das Haus, das sich mir eröffnete, auch im Halbschlaf  mit Scheuklappen ins Auge gestochen wäre). Ein traumhaftes rot weißes Jagdschloss… Das hätte ich am liebsten geschrumpft, um es meinen Töchtern als Spielhaus mitzubringen. Aber der nette Hausherr in klein, hätte mir dann keinen weiteren Glücksmoment mit auf dem Weg geben können. „Ein Haus mit Leben füllen“ und damit meinte er nicht nur die ca 60 Fledermäuse🦇🦇🦇, die wie ein Fluggeschwader durchs Haus peitschen, um sich zum Ausruhen an seinen Weihnachtsbaum 🎄 zu hängen.

Bis morgen euer Glücksmaler

 

 

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